Industriebahn Zwickau-Crossen-Mosel

Aus veikkos-archiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Industriebahn Zwickau-Crossen-Mosel war eine reine Güterbahn in Sachsen, die Ende des 19. Jahrhunderts entstand, um das Industriegebiet rund um Zwickau besser an das Eisenbahnnetz anzubinden. Zwickau war damals stark vom Steinkohlenbergbau geprägt, aber der nördliche Teil der Stadt, insbesondere um Crossen und Mosel, hatte noch kaum Industrie und fehlende Verkehrsanbindung. Deshalb wurde 1890 eine Aktiengesellschaft gegründet, und nach der Konzessionserteilung 1891 begann 1892 der Bau der Strecke von Zwickau über Crossen nach Mosel, die 1893 feierlich eröffnet wurde. Die Strecke diente hauptsächlich dazu, den Transport von Rohstoffen wie Kohle und Produkten der Industrie, darunter die Papierfabrik Leonhardt bei Crossen, zu ermöglichen. Mit der Zeit siedelten sich weitere Unternehmen an, darunter bekannte Automobilfirmen wie Horch und Audi.

Der Betrieb der Bahn wurde anfänglich von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen übernommen, und im Jahr 1900 ging die Strecke durch Kauf an die Staatsbahn über. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke teilweise demontiert, einige Industrieanschlussgleise wieder aufgebaut, darunter das Uranerzaufbereitungswerk nahe Crossen, das bis 1989 in Betrieb war. Nach der politischen Wende 1989/90 ging die Nutzung stark zurück, und 1998 wurde die Stilllegung eines großen Teils der Strecke genehmigt. Heute existiert nur noch ein Teil als Nebengleis beim Bahnhof Mosel.

Der Streckenverlauf begann im Hauptbahnhof Zwickau und verlief über Crossen bis zum Bahnhof Mosel, der somit auch der zentrale Standort und Endpunkt der Strecke war. Neben betrieblichen Einrichtungen befanden sich wichtige Industrieanschlüsse entlang der Strecke, insbesondere in Crossen, wo sich die Papierfabrik und weitere wichtige Werke befanden.

Siegelmarken