Eisenbahn-Brigade
Die Geschichte der Königlich Preußischen Eisenbahn-Brigade begann nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, als aufgrund von Problemen im Feldeisenbahndienst beschlossen wurde, spezielle Eisenbahntruppen aufzustellen. Am 19. Mai 1871 wurde durch eine Kabinettsorder das erste Eisenbahn-Bataillon gegründet, das als Stamm für die zukünftige Verkehrstruppe diente. Dieses Bataillon wurde in der damals eigenständigen Stadt Schöneberg stationiert, die später ein Teil von Berlin wurde.
Im Laufe der Zeit wuchs die Einheit: Aus dem Bataillon entstand ein Regiment, später eine Brigade, und schließlich eine Inspektion mit vier Regimentern, die dem Generalinspekteur des Ingenieurkorps unterstellt waren. Ende Februar 1890 wurde das bisherige Eisenbahn-Regiment in eine Eisenbahn-Brigade umgewandelt, bestehend aus zwei Eisenbahn-Regimentern. Die Brigade war weiterhin dem Chef des Generalstabs der Armee unterstellt und hatte ihren Standort in Berlin.
Die Brigade war maßgeblich am Bau und Betrieb der Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn (K.M.E.) beteiligt, einer Strecke von Berlin-Schöneberg über Zossen nach Kummersdorf, die 1875 eröffnet und 1897 bis Jüterbog verlängert wurde. Die Kaserne und der Übungsplatz der Eisenbahn-Brigade befanden sich westlich der Anhalter Bahn auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.
1913 wurde eine zweite Eisenbahn-Brigade mit Standort Hanau aufgestellt, während die ursprüngliche Brigade weiterhin in Berlin verblieb. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Eisenbahntruppen und die Militär-Eisenbahn im Zuge des Versailler Vertrags aufgelöst, und die Anlagen gingen in zivile Verwaltung über.
Siegelmarken
Luftschiffer der Armee-Abteilung B.