Dux-Bodenbacher Eisenbahn
Die k.k. privilegierte Dux-Bodenbacher Eisenbahn wurde 1869 gegründet und war ein bedeutendes Eisenbahnunternehmen in Österreich, dessen Streckennetz im heutigen Tschechien lag. Die Bahn verband den nordböhmischen Elbhafen in Bodenbach (heute Děčín) mit den Braunkohlegruben um Dux, Brüx und Komotau. Die Hauptstrecke verlief von Bodenbach über Teplitz bis Komotau, während Dux über eine Zweigbahn angeschlossen war.
Am 20. Mai 1871 erhielt die Gesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb der Strecken Bodenbach–Osseg–Dux und später Osseg–Komotau. Die Strecke Bodenbach–Osseg–Dux wurde am 2. Oktober 1871 eröffnet, die Verlängerung nach Komotau folgte im Dezember 1872. Die Bahn war vor allem für den Kohletransport aus dem nordböhmischen Braunkohlegebiet an den Elbhafen von großer Bedeutung. Gleichzeitig war sie ein Konkurrenzunternehmen zur Aussig-Teplitzer Eisenbahn, zu der keine direkte Gleisverbindung bestand.
Der Sitz der Gesellschaft lag in Bodenbach, das zugleich als wichtiger Elbhafen diente. Mehrere Übergabestationen zu anderen Eisenbahngesellschaften befanden sich in Bodenbach selbst, in Ladowitz und in Komotau. Im Jahr 1884 ging die Betriebsführung der Bahn an die k.k. Staatsbahnen über, die am 1. Januar 1892 die vollständige Verstaatlichung abschlossen.
Die Eisenbahngesellschaft blieb auch nach der Verstaatlichung als Bergwerksunternehmen bestehen und investierte später in die Elektroenergieerzeugung. Noch in den 1940er Jahren besaß die Dux-Bodenbacher Eisenbahn AG mehrere Braunkohlenwerke sowie Energieerzeugungsanlagen in der Region, was ihre wirtschaftliche Bedeutung weit über den Eisenbahnbetrieb hinaus unterstrich.