Deutsches Haus Theresienstadt
Das Deutsche Haus in Theresienstadt, heute Terezín in der Tschechischen Republik, war ein gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt der deutschsprachigen Bevölkerung der Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg. Es befand sich in der Garnisonsstadt Theresienstadt, die im 18. Jahrhundert unter Kaiser Joseph II. als Festungsanlage erbaut und nach Maria Theresia benannt wurde. Das Deutsche Haus diente als Vereinsheim für kulturelle Veranstaltungen, Versammlungen und gesellige Zusammenkünfte und war Ausdruck des bürgerlichen Selbstverständnisses der deutschen Minderheit in Böhmen. Die Stadt hatte eine gemischte Bevölkerung, in der deutsche Kultur und Sprache über lange Zeit präsent waren. Mit der Errichtung des Ghettos Theresienstadt durch die Nationalsozialisten im November 1941 verlor das Deutsche Haus seine ursprüngliche Funktion. Die Stadt wurde zum Sammel- und Durchgangslager für jüdische Menschen aus dem Protektorat Böhmen und Mähren und anderen Teilen Europas. Die Kleine Festung wurde von der Gestapo als Gefängnis genutzt.
Nach dem Krieg und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurde das Deutsche Haus nicht wieder als deutsches Kulturzentrum genutzt. Heute erinnert die Gedenkstätte Theresienstadt an die Opfer des Holocaust und die Geschichte der Stadt.
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