Böhmische Landesgebär- und Findelanstalt

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Die Königliche Böhmische Landesgebär- und Findelanstalt war eine staatliche Fürsorge- und medizinische Einrichtung in Prag, die sich um die Geburtshilfe und die Betreuung von Findelkindern, also ausgesetzten und verwaisten Kindern, kümmerte. Sie entstand im Kontext ähnlicher Einrichtungen im Habsburgerreich, wie dem berühmten Wiener Findelhaus, das 1784 von Kaiser Joseph II. gegründet wurde, um der hohen Kindersterblichkeit und den sozialen Problemen unehelich geborener Kinder entgegenzuwirken.

Die Anstalt diente insbesondere ledigen Frauen als Ort der Geburtshilfe, wo die Anonymität der Mütter bewahrt wurde, um gesellschaftliche Stigmatisierung zu vermeiden. Gleichzeitig bot die Institution Schutz und Versorgung für Neugeborene, deren Mütter sie nicht versorgen konnten. Die Landesgebär- und Findelanstalt war also Teil der sozialen Fürsorge im Königreich Böhmen und trug zur medizinischen und sozialen Versorgung in der Region bei. Während sie im Laufe des 19. Jahrhunderts modernisiert wurde, ähnelte sie in Funktion und Zielsetzung den anderen Landesgebär- und Findelanstalten im Habsburgerreich.

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